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Entsprechend dem EU-Amtsblatt der veröffentlichten harmonisierten Normen nach der Niederspannungrichtlinie fallen unter anderem derartige Erzeugnisse unter die Niederspannungsrichtlinie:

  • Schaltschränke (Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen)
  • Haushaltsgeräte (elektrische Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke)
  • Elektrische Systemtechnik für Heim und Gebäude (ESHG) und an Systeme der Gebäudeautomation
  • Elektrische Ausrüstung von Feuerungsanlagen
  • Elektrisch gesteuerte Fluchttüranlagen
  • Elektrische Meßgeräte
  • Kabel und Leitungen
  • Überspannungsschutzgeräte, Geräteschutzsicherungen
  • Drehende elektrische Maschinen
  • Audio-, Video- und ähnliche elektronische Geräte
  • elektrisch betriebene Wärmepumpen, Klimageräte und Raumluft-Entfeuchter
  • ...

Die europäische Norm EN ISO 12100 ist nicht nach der Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU harmonisiert. Dies führt zur Frage, ob diese Norm dennoch für Risikobeurteilungen nach der Niederspannungsrichtlinie angewendet werden kann. Eine mögliche Antwort auf diese Frage findet sich in der Einleitung der EN ISO 12100:

„Soweit dies bei der Abfassung der vorliegenden Internationalen Norm
zweckdienlich war, wurde der ISO/IEC Guide 51 
berücksichtigt.“

 

Auf Basis des ISO/IEC Guides  51 (Safety aspects — Guidelines for their inclusion in standards) wurde 2014 der CENELEC Guide 32 (Guidelines for Safety Related Risk Assessment and Risk Reduction for Low Voltage Equipment) entwickelt.

Dieser Guide beschreibt in den wesentlichen Elementen genau die Vorgehensweise von EN ISO 12100. Auf Basis dieses Guides werden Sicherheitsaspekte für Normen entwickelt, die in weiterer Folge nach der Niederspannungsrichtlinie harmonisiert werden (können). Ein Beispiel dafür ist im informativen Anhang J (Risikobeurteilung) der EN 61010-1:2010 zu finden:

"Im Folgenden ist ein Verfahren zur Beurteilung eines RISIKOS beschrieben, welches auf dem ISO/IEC Guide 51 (1999) basiert. Andere Verfahren sind in ISO 14971, SEMI S10, IEC 61508, ISO 14121-1 (Anm.: heute ISO 12100) und ANSI TR3 beschrieben. Andere eingeführte Verfahren zur Risikobeurteilung können ebenfalls genutzt werden."

 

Fazit

  • Da die Methoden zur Risikobeurteilung grundsätzlich sehr ähnlich bzw. nahezu identisch sind und, soweit uns Bekannt ist, keine spezielle Basisnorm nach dem CENELEC Guide 32 existiert, erscheint die Anwendung von EN ISO 12100 als geeignet und zweckmäßig.
  • Spezielle Anforderungen aus eventuell verfügbaren Produktnormen (C-Normen) sollten immer vorrangig beachtet werden, da sie Vorrang gegenüber A- oder B-Norm besitzen!

 

Quellangaben

 

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